Mit der Auslobung des Brachum Kunstpreises für junge Nachwuchskünstler soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung der künstlerischen Tradition in Rheda-Wiedenbrück geleistet werden. Seit Ende des 16. Jahrhunderts lässt sich für das Gebiet der heutigen Stadt Rheda-Wiedenbrück eine künstlerische und kunsthandwerkliche Tradition belegen.

Die eigentliche Blüte der Kunst und des Kunsthandwerks begann im 19. Jahrhundert mit der sogenannten „Wiedenbrücker Schule“. Diese kunsthandwerkliche Bewegung des Historismus war auf Kirchenausstattungen spezialisiert und gilt als Ursprung der Möbelmanufakturen, die heute noch zu den wichtigen und international bekannten Industriezweigen Rheda-Wiedenbrücks zählen.

Der Brachum Kunstpreis ist zu Ehren des Renaissance-Baumeisters Laurenz von Brachum gestiftet worden, der die letzten Jahre seines Lebens in Rheda-Wiedenbrück verbrachte. Laurenz von Brachum gilt als Begründer der sogenannten „Lippe-Renaissance“ im 16. Jahrhundert. Neben seinem Hauptwerk, dem Schloss Horst im heutigen Gelsenkirchen, errichtete er weitere Schlösser und andere Gebäude vor allem an der Lippe und im südlichen Münsterland. Mit dem Brachum Kunstpreis wird Laurenz von Brachum ein lebendiges, sich immer wieder veränderndes Denkmal gesetzt.